Evaluierung von unterschiedlichen Trainingsmodellen bei berufstätigen Freizeitläufern

Hintergrund:

Für ein gesundheitsförderndes Ausdauertraining werden von internationalen Fachgesellschaften allgemeine Empfehlungen über Trainingsumfang von körperlicher Aktivität pro Woche ausgesprochen. Im Fokus stehen Ausdauertrainingsprogramme für Berufstätige, die ein effizientes Training bewirken und sich leicht im Alltag integrieren lassen.

Ziel:

Ziel dieser Studie war es, die Effekte von drei unterschiedlich konzipierten Trainingsprogrammen mit jeweils etwa gleicher wöchentlicher Trainingszeit hinsichtlich der Veränderung von körperlicher Leistungsfähigkeit und der Körperzusammensetzung zu untersuchen. Außerdem sollte überprüft werden, ob die verschiedenen Trainingsprogramme Freizeitläufer dazu befähigen, einen Halb-marathon in vergleichbarer Zielzeit zu bewältigen.

Methodik:

  • berufstätige Probanden im Alter von 30 bis 60 Jahren mit Grunderfahrung im Laufen
  • 12-wöchiges Ausdauertraining (10-20 km Trainingsumfang/Woche; 2h 15 min wöchentliche Trainingszeit)
  • Leistungsdiagnostische Test: Langzeit-EKG; Ruheherzfrequenz, Laufbandstufentest mit Spiroergometrie, Herzfrequenzmessung, Bestimmung der Laktatkonzentration und des subjektiven Beanspruchungsempfindens mittels der RPESkala
  • Gruppen: Feierabend-Gruppe (FE), Wochenend-Gruppe (WE), STAR-Gruppe (STAR) mit jeweils n=17

a) Wochenendgruppe (WE) mit wöchentlich 2 Übungseinheiten im Sinne des klassischen Ausdauertrainings,

b) Feierabendgruppe (FE) mit wöchentlich 4 hochintensiven Trainingseinheiten (FE) sowie einem Ausdauerlauf

c) STAR Gruppe (STAR) mit einem gerätegesteuerten Training mittels Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität.

Erebnisse:

  • Das Trainingsprogramm in der FE-Gruppe hatte den größten Effekt auf die maximale Sauerstoffaufnahme.
  • In allen Gruppen wurde einer Reduzierung des Körpergewichts mit daraus folgender Verringerung des Körperfettanteils und des Viszeralfetts festgestellt.

Zusammenfasung:

Bei vergleichbarem Trainingsumfang ist ein hochintensives Trainingsprogramm für berufstätige Freizeitläufer am besten geeignet, um die relative VO2max zu verbessern.

Publikationen:

Hottenrott, K., Ludyga, S., Schulze, S. (2013). Evaluierung von unterschiedlichen Trainingsmodellen bei berufstätigen Freizeitläufern. Sportwissenschaft, 43 (3), 157-165.

Hottenrott, K., Ludyga, S., Schulze, S. (2012). Effects of high intensity training and continuous endurance training on aerobic capcity and body composition in recreationally active runners. Journal of Sports Science Volume 11, Issue 3, 483 – 488.